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10 Fragen zum Thema Demenz

Wir haben hier die wichtigsten Fragen und die dazugehörigen Antworten zusammengestellt. Klicken Sie auf Ihre Frage und Ihre gewünschte Antwort wird Ihnen angezeigt.

 

Was heisst Demenz?

Der Begriff Demenz stammt von dem lateinischen Wort Dementia und bedeutet so viel wie "ohne Geist". Demenz ist der Überbegriff für Veränderungen der Gehirnleistung, die den Verlust kognitiver, emotionaler und sozialer Fähigkeiten bedeuten. Das heißt, dass die geistigen Funktionen wie Denken, Erinnern, Orientierung und das Verknüpfen von Denkinhalten zunehmend nachlassen.


Dem individuellen Verlauf der Demenz entsprechend führt dies dazu, dass ein selbstständiges Leben für den Betroffenen unmöglich wird.

Welche Formen gibt es?

Demenz kann die Folge unterschiedlicher Ursachen sein, wobei es schwierig ist, diese genau zu diagnostizieren und eindeutig zu bestimmen, da sie oftmals ineinander übergehen.

 

Der häufigste Auslöser für Demenz ist die Alzheimer-Krankheit, benannt nach dem Psychiater Alois Alzheimer. Diese Erkrankung, die immerhin 60 % aller Demenzen verursacht, entsteht durch ein Zugrundegehen von Nervenzellen, ausgelöst durch ein Ungleichgewicht an Botenstoffen im Gehirnstoffwechsel.

 

Der zweithäufigste Auslöser für eine demenzielle Veränderung wird als vaskuläre Demenz bezeichnet: Hierbei handelt es sich um ein Nachlassen der Gehirnleistung, welche durch Durchblutungsstörungen verursacht wird.

Weitere Demenzformen

Etwa 20% aller Demenzen verteilen sich auf seltenere Demenzformen, darunter insbesondere die oft vor dem Rentenalter auftretenden frontotemporalen Demenzen (von der es mehrere Unterformen gibt), die Lewy-Körper-Demenz, die Parkinson-Demenz, das alkoholbedingte Korsakow-Syndrom und weitere sehr seltene, hier nicht aufgeführte Formen der Demenz.

Eine Übersicht der bekanntesten Demenzformen

Demenzform Anfangssymptome
Alzheimerkrankheit Gedächtnis- und Orientierungsstörungen, Wortfindungsstörungen
Vaskuläre Demenz Verlangsamung im Denken und Handeln, Stimmungsschwankungen
Frontotemporale Demenz im engen Sinn, Pick-Krankheit Verhaltensauffälligkeiten wie Kontrollverlust, Enthemmung und Aggressivität; Persönlichkeitsveränderungen
Semantische Form der frontotemporalen Demenz Erkennungs- und Sprachverständnisstörungen
Primär progressive Aphasie (Form der frontotemporalen Demenz) Beeinträchtigung der Wortwahl und des Sprechflusses
Lewy-Körper-Demenz Fluktuierende kognitive Störungen, parkinsonähnliche Bewegungsstörungen, Halluzinationen
Parkinson-Demenz Bewegungsstörungen, kognitive Symptome erst im späteren Krankheitsverlauf
Korsakow-Syndrom Schwere Beeinträchtigung insbesondere des Kurzzeitgedächtnisses
Häufigkeit der Demenzerkrankungen

Es ist eine Tatsache, dass Demenzerkrankungen mit zunehmendem Alter ansteigen: Sind in der Altersgruppe der 70- bis 74-Jährigen etwa 3 % davon betroffen, so sind es bei den 80- bis 84-Jährigen bereits 13 % und bei den über 90-Jährigen sogar schon über 34 %, was bereits ein Drittel dieser Altersgruppe ausmacht.

 

Es ist abzusehen, dass durch den hohen Anteil an alten Menschen in unserer Gesellschaft und die stetig steigende Lebenserwartung die demenzielle Veränderung in der Bevölkerung dementsprechend weiter ansteigen werden. Somit wird Demenz zu einer „Volkskrankheit“, von der jeder betroffen sein kann.

Symptome und Verlauf

Hier muss vorab erwähnt werden, dass jede demenzielle Veränderung einen sehr individuellen, von dem Betroffenen persönlich abhängigen Verlauf nehmen kann.

 

Allgemein kann man aber drei Stadien unterscheiden: 

  • Im Anfangsstadium machen sich erste kognitive Defizite bemerkbar, die allerdings schwer ein- und zuzuordnen sind, da diese noch sehr gut „überspielt“ und als „harmlose Altersvergesslichkeit“ abgetan werden können. Ein selbstständiges Leben, mit leichter Unterstützung, beispielsweise Hilfestellung bei administrativen Aufgaben, ist in diesem Stadium möglich.
  • Im mittleren Stadium kommt es zu einem verstärkten Verlust der kognitiven Fähigkeiten. Dazu können gehören: zunehmende Vergesslichkeit, Sprachstörungen Erkennungsstörungen, Desorientierung, Nachlassen der Hygiene, zunehmende Unfähigkeit Rechenaufgaben und Probleme im Allgemeinen zu lösen, Wahnvorstellungen, aber auch eine Veränderung der Persönlichkeit mit starken Stimmungsschwankungen, einem Nachlassen von Interesse an bislang gewohnten Tätigkeiten und Unternehmungen und das Auftreten allgemeiner psychischer Anzeichen, die denen einer Depression sehr ähnlich sind. In diesem Stadium ist die Selbstständigkeit bereits sehr eingeschränkt.
  • Im fortgeschrittenen Stadium geht die Selbstständigkeit schließlich ganz verloren. Nun findet ein Zerfall des Kurz- und auch des Langzeitgedächtnisses statt, damit verbunden ein Sprachzerfall. Es kommt teilweise zu erheblichen Erkennungsstörungen, selbst Angehörige werden manchmal nicht mehr erkannt. Die persönliche Orientierung geht verloren und Inkontinenz, eine für Demenz typische Begleiterscheinung, tritt auf. Ein selbstständiges Leben wird unmöglich, der Betroffene zum Pflegefall.
Warum eine Diagnose?

Eine sorgfältige Abklärung ist wichtig, wenn es gilt, altersbedingte Vergesslichkeit von einer beginnenden Demenz zu unterscheiden. Steht die Diagnose einmal fest, kann die passende Therapie eingesetzt werden.

 

Untersuchungen haben ergeben, dass Menschen mit Demenz in ihrer Therapie und Medikation erschreckend unterversorgt sind, was einen erheblichen Einfluss auf den Verlauf der demenziellen Veränderung hat. Der Grund dafür ist ganz gewiss in mangelnder Aufklärung, aber auch in dem oben erwähnten „Herunterspielen“ und Bagatellisieren erster Anzeichen zu finden.

 

Erste Anlaufstelle zur Abklärung ist der Hausarzt, erhärtet sich nach einer ersten Grunduntersuchung der Verdacht auf eine Demenzkrankheit, schickt der Hausarzt den Patienten wenn nötig zu einem Spezialisten oder in eine Memory Clinic, wo eine vertiefte interdisziplinäre Abklärung möglich ist. Es ist unerlässlich, in die Untersuchungen die Angaben von Bezugspersonen, die Aufschluss über die gesamte Anamnese des Betroffenen geben können, mit einzubeziehen.

 

Wenn die Diagnose Demenz gestellt wird, ist es überaus schmerzlich und schockierend für Betroffene wie auch Angehörige. Dabei sollte nicht übersehen werden, dass die Diagnose auch eine Hilfe darstellen kann: Sie gibt Aufschluss über bestehende Probleme, klärt über Behandlung und weitere Schritte auf und hilft so entscheidend bei der weiteren Lebensplanung.

Ist eine Demenz behandelbar?

Bis heute lässt sich Demenz in den allermeisten Fällen nicht heilen und auch nicht längerfristig aufhalten. Es gibt jedoch verschiedene Therapien, die helfen, die Selbstständigkeit der Betroffenen länger zu erhalten und die Symptome der Demenz zu mildern. Dies wiederum wirkt sich positiv auf die Lebensqualität der Betroffenen, Angehörigen und Betreuenden aus. Der Krankheitsverlauf ist individuell sehr unterschiedlich. Zuverlässige Prognosen sind nicht möglich.

 

Demenz, vor allem solche, die durch die Alzheimer-Erkrankung verursacht wird, kann mit Medikamenten, so genannten Antidementiva behandelt werden. Diese Medikamente ermöglichen keine Heilung, aber sie können das Fortschreiten der Symptome um 1 bis 2 Jahre hinauszögern.

 

Hier gilt: Je eher mit einer Behandlung begonnen wird, umso größer sind die Erfolgsaussichten. Demenz, die auf einer vaskulären, also einer durchblutungsbedingten Gefäßerkrankung basiert, wird mit Medikamenten behandelt, die auch bei Arteriosklerose eingesetzt werden. Ebenso kommen auch hier Antidementiva zum Einsatz.

 

Bei einem so individuellen und von Mensch zu Mensch variierendem Krankheitsbild spielt auch der nichtmedikamentöse Ansatz eine bedeutende Rolle. Hier gilt: Alles, was die Lebensqualität und das Wohlempfinden der Betroffenen, aber auch deren Angehörige, die von der Erkrankung mit betroffen sind, erhöhen und intensivieren kann, sollte genutzt werden.

 

Wichtig dabei ist, dass auf die Persönlichkeit und die individuellen Eigenheiten des demenzerkrankten Menschen eingegangen wird. Auf alle Fälle gilt zu beachten, dass menschliche Zuwendung, angemessene Aktivierung und Beschäftigung, eine den Umständen angepasste Umgebung und Umwelt einen wesentlichen Einfluss auf das Befinden des Betroffenen ausüben.

Kann man einer Demenz vorbeugen?

Sicher ist: Niemand kann sich vor einer demenziellen Erkrankung schützen.

 

Allerdings kann eine bewusste Lebensführung helfen, die Risikofaktoren für eine mögliche Erkrankung so gering wie möglich zu halten. Das bedeutet, auf eine ausgewogene Ernährung achten. Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Diabetes Mellitus unbedingt zu behandeln und vor allem sowohl geistig wie auch körperlich aktiv zu bleiben und Sozialkontakte wahrzunehmen und zu pflegen.

Hilfreicher Umgang

So individuell jeder einzelne Mensch ist, so individuell wirken sich auch Symptome und Verlauf bei einer demenziellen Erkrankung aus. Es gilt in erster Linie, sich so gut wie möglich auf den Betroffenen einzustellen, in seine persönliche Lage und Welt hineinzuversetzen und herauszufinden, wie und was dem demenzerkrankten Menschen gut tut und ihm ein möglichst hohes Maß an Sicherheit und Kontinuität im täglichen Ablauf ermöglicht.

 

Von der Demenz sind vor allem auch die pflegenden Angehörigen mit betroffen. Für sie kann es hilfreich sein, die gestellte Diagnose anzunehmen, statt sie zu verleugnen und zu ignorieren. Sich über die Demenz und deren Verlauf zu informieren baut Ängste und Unsicherheiten ab und erleichtert den Umgang mit den Betroffenen.

 

Wichtig ist es, vorhandene Fähigkeiten so lange wie möglich aufrechtzuerhalten und zu fördern. Das erleichtert zum einen den Ablauf vieler Tätigkeiten, zum anderen kann der Betroffene daraus ein Selbstwertgefühl schöpfen.

 

Die Umgebung sollte dem Zustand des Demenzerkrankten angepasst werden, alle möglichen Gefahrenquellen sollten beseitigt, aber auch auf das Verbleiben vertrauter und geliebter Gegenstände sollten geachtet werden.

 

Es ist wichtig, dem Betroffenen einen möglichst konstanten Tagesablauf zu sichern, ihn aber auch in Tätigkeiten und Aktivitäten mit einzubeziehen.

 

Die menschliche Hinwendung, die den Menschen mit Demenz so annimmt wie er ist, ohne ihn zu kritisieren, zu verbessern oder zu überfordern und zu unterfordern, ist gewiss der beste Leitfaden für den Umgang mit Betroffenen.